Eurovelo 8 | Etappe 27

Auf dieser Etappe des europäischen Fernradwegs Eurovelo 8 fahre ich von dem kleinen Ort Gjilek südlich des Logara-Passes aus an der albanischen Riviera entlang bis in das nicht sehr weit entfernte Himare.

Ich komme zeitig von meinem Apartment in Gjilek los und bin bereits um 9 Uhr zurück oben an der Straße. Kurz darauf kommt der erste Anstieg der Etappe, der nicht besonders lang, aber sehr steil ist. Ich komme erstaunlich schnell aus der Puste, irgendwas stimmt nicht. Auf Cres in Kroatien bin ich Kilometer weit bergan gefahren ohne Probleme und hier fühle ich mich schon nach 5 Minuten ausgepowert. Oben kommt mir ein Schweizer auf dem Fahrrad entgegen der mich vorwarnt, dass die Stecke bis Sarande brutal sei. Es ginge immer nur auf und ab. Na toll. Kurz nach dem Treffen habe ich einen Ausblick zurück auf Gjilek.

Blick zurück auf Gjilek

Als ich um die Ecke fahre kann ich dann schon den nächsten Anstieg sehen. Ich nehme ihn in Angriff, aber als es steiler wird spüre ich, dass ich es nicht schaffen werde und steige ab um zu schieben. Zum Glück ist das steile Stück nicht lang und ich kann weiter fahren. Dann geht es mit 10% Gefälle weit hinunter zu einem Flussbett um dann gleich wieder mit 10% Steigung in Serpentinen steil bergan zu gehen. Das schieben fällt mir schwer, ich bin schon wieder nass geschwitzt und die Kräfte lassen nach. Der Tag gestern sitzt mir noch in den Knochen, aber das allein kann es nicht sein.

Es geht weiter an den Bergen entlang, ich habe nur an den flacheren Abschnitten Zeit zu fotografieren.

Ich baue immer mehr ab und als ich in dem kleinen Ort Vunoi das Rad über Kopfsteinpflaster schieben muss halte ich an einem kleinen Café an, um eine Pause zu machen. Erst trinke ich nur einen Espresso und als ich mich danach nicht besser fühle bestelle ich mir ein Omelett. Dabei habe ich Gesellschaft von einer sehr entspannten Dame.

Es ist inzwischen halb 12 und obwohl ich immer noch nicht wieder ganz fit bin breche ich auf. Meinen ursprünglichen Plan heute die 70 Kilometer bis Sarande zu fahren habe ich inzwischen aufgegeben, aber bis Oeparo will ich es noch schaffen.

Jetzt beginnt aber erst einmal die Abfahrt hinunter nach Himare, das auf Meereshöhe liegt. Da die Distanz dorthin nicht mehr groß ist, geht die Straße extrem steil bergab.

Beginn der Abfahrt nach Himare

Es sieht auf dem Foto nicht steil aus, ist es aber

Ich kann wegen der fehlenden Speiche hinten nur sehr langsam fahren und muss deshalb dauerhaft die Bremsen ziehen. Ich mache mir Sorgen, dass dadurch die Beläge so bald abgefahren sein werden und überhaupt ist mir die lange und unübersichtliche Abfahrt zu steil. Also steige ich wieder ab und schiebe das Rad den Berg hinunter und auch dabei muss ich die Bremsen ziehen. Wenn das so weiter geht werde ich in den nächsten Tagen 50 Kilometer wandern müssen. Das letzte Stück kann ich dann aber wieder fahren und komme heile unten in Himare an. Ich fahre erst einmal zum Meer.

Strandpromenade Himare

Es ist inzwischen fast 13 Uhr und ich bin noch keine 15 Kilometer weit gekommen. Ich beschließe hier erst einmal Pause zu machen und dann zu überlegen wie es heute weiter gehen soll.

Mittagspause

Nach dem Essen schaue ich mir das Höhenprofil der nächsten 10 Kilometer bis Qeparo an. Es sieht nicht gut aus, ich fühle mich auch noch nicht besser, also buche ich ein Apartment in Himare und fahre hin. Zum Glück kann ich schnell einziehen, überlege, ob ich jetzt zum Strand gehen und baden soll, entscheide mich dann aber erst einmal einen Mittagsschlaf zu machen um mich zu erholen.

Der dauert dann länger als geplant und trotzdem fühle ich mich danach immer noch nicht fit. Ich gehe zur Promenade, die inzwischen ausgestorben ist, spaziere am Strand im warmen Wasser einmal barfuß auf und ab, setze mich in ein Café, kaufe danach ein paar Kleinigkeiten ein und laufe dann zurück zum Apartment.

Strand von Himare am späten Nachmittag

Ich setze mich auf die Dachterrasse, schneide das Video von heute und dabei kommen ganz langsam meine Kräfte zurück.

Blick von der Dachterrasse

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