Von Münster zum Schloss Senden | Radtour

Diese Radtour beginnt am Parkplatz des Freilichtmuseums Mühlenhof in Münster. Von hier aus führt die Strecke vorbei am Zoo und entlang des Aasees in Richtung Südwesten auf dem Modersohnweg. Am Ende des Sees und dessen Auen geht es unterhalb eines Parkplatzes zur Mecklenbecker Straße, die man hier überquert und der man weiter nach Südwesten bis zum Kreisel folgt. Dort sieht man schon die Brücke, über die man jetzt fahren muss, um nach Mecklenbeck zu gelangen. Der Weg führt jetzt eine ganze Weile durch bebautes Gebiet und erreicht irgendwann die Weseler Straße. Von dort biegt er in die Heroldstraße nach Süden ab und folgt dieser bis zur Autobahn.

Auf der folgenden Karte von GPSies®.com wird die Radtour angezeigt. Sie können sich am oberen Kartenrand die entsprechende GPX-Datei herunterladen und diese mit einer Navigations-App auf Ihrem Smartphone oder auf Ihrem GPS-Gerät anzeigen lassen.

Kurz hinter der Brücke über die Autobahn wechselt man die Straßenseite auf den Radweg und folgt diesem bis zur Straße „Haus Tinnen“. In diese biegt man nach Westen hin ein, fährt unter der Autobahn hindurch und folgt weiter der Straße, die jetzt bald einen Knick nach Süden macht. Sie trifft im weiteren Verlauf auf die Straße „Feuerstiege“, der man jetzt nach Westen am Golfpaltz vorbei bis zur Straße „Bredenbeck“ folgt, und dieser nach Süden bis zur Hauptstraße „Dorfbauernschaft“.

Straße „Bredenbeck“

Richtung Westen führt der Fahrradweg an dieser Straße entlang bis nach Senden. Kurz vor dem Ortseingang befindet sich ein Hotel mit Café, Hofladen und Minigolfplatz, dass zu einer Pause einlädt. Es kann dort gerade bei gutem Wetter recht belebt sein. Ein Erfahrungsbericht unter Zucker- und Koffeinentzug finden Sie weiter unten.

Schlosspark Senden

Weiter geht es entlang der Wilhelm-Haverkamp-Straße durch Senden hindurch. Kurz nach dem ersten Kreisel erreicht man die Stever. Dieser folgt man nach Süden und biegt hinter dem Sportplatz nach Westen ab und erreicht so das Schloss Senden. Der Schlossgarten kann betreten werden, das Schloss und sein Innenhof sind aber privat.

Schloss Senden

Auf dem Rückweg überquert man die Stever im Süden des Schlosses, erreicht so das Ufer des Dortmund-Ems-Kanals und folgt diesem nach Osten bis zur ersten Kanalbrücke. Diese überquert man und fährt am Südufer weiter, vorbei am Venner Moor, das auch einen Besuch wert ist, bis Amelsbühren. Hier überquert man wieder den Kanal nach Norden und erreicht kurz hinter der Brücke einen Kreisel. Man biegt von diesem in die Thierstraße ein, der man weiter nach Norden, bis zur Straße Grafschaft, folgt und in diese nach links einbiegt. Nach überqueren der Bahnlinie erreicht man den Kappenberger Damm, der nach Norden zurück nach Münster und zum Aasee führt.

Besuch eines Ausflugslokals:

Nach vielen herbstlich kalten und verregneten Tagen kam überraschende Weise doch noch der goldene Oktober. So fasste ich den Plan eine Radtour zu unternehmen, so die letzten Sonnenstrahlen des Jahres zu genießen, und unterwegs Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen. Deshalb verzichtete ich auf meinen dritten und letzten Espresso des Tages, den ich normalerweise nach dem Mittagessen trinke. Außerdem ließ ich die Banane zu hause, die ich sonst so gerne auf Radtouren als eiserne Reserve mitnehme. Als Ziel wählte ich mir Senden aus, vor dessen Ortseingang sich ein gutes Hotel mit einem beliebten Café befindet. Die Fahrt durch das sonnige und herbstliche Münsterland war sehr schön, aber wegen leichtem Gegenwind recht kräftezehrend. So kam es, dass ich ein bisschen „hangry“ wurde, eine moderne Wortschöpfung aus „hungry“ und „angry“, die den von aufkommender Aggression bestimmten Zustand beschreibt, den man bei leichter Unterzuckerung schnell erreicht. Dazu kam Koffeinentzug.

Werbung für mein Buch & Ebook:

ST_cover_kleinDie Berichte über meine Segelreisen sind auch als preiswertes Ebook und als Taschenbuch erschienen. Folgen Sie mir über die Ostsee und das Mittelmeer und unstützen Sie jetzt malwoanders.de mit dem Kauf eines Buches!

Das Ebook finden Sie auf folgenden Plattformen:
iTunes | Multi-Touch-Book   Amazon | Kindle-Shop   Android | Google Play  tolino | ebook-Reader

Das Taschenbuch finden Sie bei: Amazon.de



 

Um so erfreuter war ich, als ich an einer Hecke entlang kam, hinter der zahlreiche fröhliche Stimmen und klackende Geräusche den Schluss zuließen, dass sich dort der Minigolfplatz befand und somit das Café nicht mehr fern sein konnte. Es galt jetzt bald nach rechts abzubiegen und der ersehnte Kaffee schien nah. Aber ach, die Einfahrt stellte sich als Einbahnstraße heraus, aus der ein älterer Herr rückwärts herausfuhr und somit den Verkehr dermaßen störte, dass nun die Fahrzeuge die einbiegen wollten, diesen auf beiden Fahrbahnen der zuführenden Straße aufhielten und einen großen Stau verursachten. Dies bemerkend kurvte der Herr mehrmals hektisch hin und her. Er konnte wegen dem Stau nicht so ausparken wie er es geplant hatte, und seine Frau konnte so nicht einsteigen. Als dieses Drama endlich beendet war bog sozusagen der ganze Stau von der Straße in die zum Café führende Gasse, die gleichzeitig links und rechts der Parkplatz war, ein, suchte und rangierte herum, und ich kam nicht voran. Außerdem drängelten sich noch Radfahrer an mir vorbei, die sich anscheinend untereinander kannten und ihren Unmut über die Situation mündlich austauschten.

Ich blieb gelassen, da ich den nahenden Kaffee im Sinn hatte. Aber als ich um die Ecke kam wurde mir bald bewusst, dass dieses Ziel schwer zu erreichen war, wenn nicht gar unmöglich. Die Leute waren nicht nur mit dem Auto gekommen, sondern auch mit dem Rad. Und an Platz um diese abzustellen mangelte es inzwischen schon. Zweimal wurde mir eine Lücke von rabiaten behelmten Herren mit Schnauzbart vor der Nase zugeschoben und ich musste auch noch warten bis ich weiter kam, weil gleich die Lücke daneben für die Angetraute frei gehalten wurde. Und bis die dann dort angekommen war ging Zeit ins Land. Aber dann passte ich jemanden ab der wegfuhr und nutzte meine Chance.

Dass ich zu Zucker und Koffein im Hofcafé nicht kommen würde wurde mir schnell klar. In einem schmalen Streifen um das Gebäude herum waren Tische in zwei Reihen aufgestellt, voll besetzt mit Menschen, die mit ihren Gabeln in die Sahnetorten stachen, diese zum Mund führten, den Kuchen schmatzend für die Verdauung vorbereiteten und schlürfend mit einem Schluck Kaffee hinunterspülten. Dazwischen sah man überfordertes Personal, das immer die gleichen Eisbecher hin und her trug, weil es den passenden Tisch nicht fand. Es schien auch deutlich zu wenig davon bereit gestellt, oder wegen des überraschend guten Wetters auf die Schnelle nicht genug davon gefunden worden zu sein. Die vorhin geschilderte Geräuschkulisse wirkte auf der Suche nach einem Platz noch befremdlicher durch das laute Reden, ja fast Schreien, derjenigen, die gerade nichts im Mund hatten, das ich mir nur damit zu erklären konnte, dass sie wahrscheinlich allesamt schlecht hörten.

Weil schon viele Leute an den Zugängen des durch eine Hecke abgegrenzten Sitzbereichs darauf warteten, dass jemand aufstehen würde, und dies bei einer kurzen Einschätzung der Lage auf den Tellern so schnell nicht zu erwarten war, gab ich die die Platzsuche auf, und begab mich ins Innere des Gebäudes. Hier war es aber noch lauter, das Personal schien noch verwirrter, alle Tische waren restlos belegt und die Schlange am Kuchenbuffet unendlich lang. So wendete ich mich enttäuscht ab, doch bald erhellte sich meine Stimmung, weil ich auf den Bänken zwischen Café und Hofladen Menschen mit Blechkuchen und Pappbechern voller Kaffee in der Hand sitzen sah. Normalerweise lehne ich es ab Kaffee nicht aus Porzellan zu trinken, ich sehe es sogar als Frevel an, aber jetzt lag der Fall anders. Aus der Situation und daraus, dass Menschen mit den eben beschriebenen Utensilien aus dem Hofladen kamen, schloss ich messerscharf, dass man ebendiese ebendort erstehen konnte.

Mein Nachmittag schien gerettet. Aber was musste ich erkennen? An der Theke stand eine Schlange von mindestens 15 Menschen. Kinder nicht mitgerechnet. Dass diese für den weiteren Verlauf der Ereignisse aber doch entscheidend waren, musste ich dann erkennen, als ich mich trotz voraussichtlich längerer Wartezeit entschlossen hatte die Reihe zu verlängern. Hinter dem Tresen standen zwei Damen, die in bewundernswerter Ruhe damit beschäftigt waren, die Bestellungen der Kunden aufzunehmen. Diese waren sich aber meist nicht schlüssig was sie wollten und besonders die Kinder und die älteren Ehemänner fielen dadurch auf, dass sie ihre einmal getroffenen Entscheidungen öfters revidierten, oder bockig wurden, wenn diese von den Erziehungsberechtigten nicht akzeptiert wurden.

Die Damen fielen durch Fragen zum Kuchenstück auf. Meist ging es darum, was sich in demselben befände, sie zeigten mit Ihren Fingern erst auf die Sahnestücke, dann auf die mit Zucker überzogenen Teilchen, und wählten zum Schluss mit sauere Mine das vermeintlich kalorienärmste Stück aus, oder wünschten sogar dessen Teilung. Hatte die Familie dieses Prozedere erfolgreich hinter sich gebracht, ging es an die Auswahl der Getränke, aber dazu sage ich nur, dass die Maschine die Becher sehr langsam füllte, die Zeit mit dem einlaufenden Kaffee dahin rann und ich zusammenzubrechen drohte.

Als sich dann herausstellte, dass die meisten meiner Vorschlängler nur Platzhalter waren, an die sich dann ganze Gruppen oder Großfamilien hefteten wie die Trauben an die Rebe, sobald sie an der Reihe waren, gab ich auf, und meinen Kaffee und meinen Kuchen verloren. Ich wendete mich ab, und streifte durch den Hofladen, in der Hoffnung etwas zuckerhaltiges zu finden, musste dann aber erkennen, dass ich dieses auch an der Theke hätte bezahlen müssen. Im hinteren Bereich des Ladens wurde ich dann fast von zwei älteren Damen mit ihren Einkaufswagen überfahren, in denen sich haufenweise Kissen befanden, die anscheinend zum Sonderpreis angeboten wurden und die sie zu erstehen trachteten. Beim Ausweichen stieß ich an ein Regal und wäre beinahe von dort herunterfallender Weihnachtsdekoration erschlagen worden. Bevor mir aber ersthaft etwas passieren konnte entfloh ich aus dieser ummauerten Stätte des Konsums.

Beim Verlassen des Geländes fiel mir aus dem Augenwinkel der Kiosk des sehr gut besuchten Minigolfplatzes auf. Mehr unbewußt als bewusst nahm ich ein Schild wahr, auf dem der Verkauf von Speiseeis angepriesen wurde. Es zog mich sofort an, da es meine Hoffnung nährte, meinen Zuckerbedarf für die Rückfahrt doch noch decken zu können. Meine Befürchtung, die Kühltruhe könnte vielleicht wegen des nahen Winters abgeschaltet sein bewahrheitete sich zwar nicht, aber sie war vom zurückliegenden Sommer sozusagen abgegrast und so konnte ich nur ein kleines Karamelleis erstehen, das ich auf den folgenden 30 Metern Richtung Ausgang bereits aufgegessen hatte. Ich fuhr dann noch in den Ort bis Schloss Senden, genoss die Ruhe und die wunderbaren Herbstfarben im Park, bewunderte das schiefe Gemäuer und nahm mir für die nächste Tour vor, unbedingt genug Proviant mitzunehmen und vorher einen Espresso zu trinken.

Weitere Radtouren →
Ausflüge im Münsterland →

© 1985 -2018 malwoanders.de

-------------------------------------------------------------
Like malwoanders.de auf Facebook →
Alle malwoanders.de Videos auf Youtube →
-------------------------------------------------------------
 

Sie haben zu diesem Reiseziel einen besonderen Tipp oder eine weiterführende Anmerkung? Dann hinterlassen Sie weiter unten einen Kommentar! Unterstützen Sie malwoanders.de, z.B. mit dem Kauf eines Buches oder Ebooks. Vielen Dank!

Anzeige:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.