Mit dem Brompton Faltrad von Warnemünde nach Heiligendamm | Radtour

Ich bin letzte Woche um Rügen herum gesegelt (Törnbericht hier klicken →) und mache jetzt noch ein paar Tage Urlaub auf der Yacht, die im Yachthafen Hohe Düne bei Warnemünde liegt. Um auch an Land beweglich zu sein hat der Eigner ein Brompton Faltrad an Bord. Ich möchte heute einmal ausprobieren, wie weit man mit diesem kleinen Rad kommt, ohne sich besonders anzustrengen. Als Ziel habe ich mir das fast 17 Kilometer entfernte Heiligendamm ausgesucht und will dorthin den Ostseeradfernweg hin und zurück benutzen. Ich bin diesen Weg 2004 schon einmal von Lübeck bis Usedom → geradelt und bin gespannt, ob sich in den letzten 12 Jahren etwas verändert hat.

Auf der hier verlinkten Karte von AllTrails®.com wird Die Radtour angezeigt. Sie können sich dort die entsprechenden GPX-Datei herunterladen und diese mit einer Navigations-App auf Ihrem Smartphone oder auf Ihrem GPS-Gerät anzeigen lassen.

Das Brompton Rad ist schnell aus der Backskiste im Boot herausgeholt und im Nu auf dem Steg mit ein paar Handgriffen fahrbereit zusammengebaut. Leider habe ich vergessen nachzusehen um welches Modell es sich handelt. Jedenfalls hat es zwei Gänge, einen leichteren und einen schwereren.

Gefaltetes Brompton Faltrad

Gefaltetes Brompton Faltrad

Fahrbereites Brompton Faltrad

Fahrbereites Brompton Faltrad

Von Hohe Düne setzt man mit der Fähre über die Warnow nach Warnemünde über. Dort ist jetzt in der Hauptsaison jede Menge los. Ich schiebe das Rad am alten Strom entlang bis zur Promenade. Hier ist Radfahren nicht erlaubt (es wäre auch viel zu voll), aber ich will unbedingt den Leuchtturm, das Hotel Neptun und natürlich den tollen breiten Strand sehen.

Promenade und Leuchtturm Warnemünde

Promenade und Leuchtturm Warnemünde

Hotel Neptun Warnemünde

Hotel Neptun Warnemünde

Ich entferne mich dann wieder vom Strand und fahre den Radweg an der Parkstraße entlang Richtung Westen. Irgendwann kommt ein Schild, dass man auf den Ostseeradfernweg abbiegen kann und von hier sollen es dann noch 16 Kilometer bis Heiligendamm sein. Bis hierher hat mich das Brompton Faltrad gut getragen, und ich bin gespannt wie es sich auf Wald- und Feldwegen macht.

Abzweigung zum Ostseeradfernweg

Abzweigung zum Ostseeradfernweg

Jetzt heißt es aufpassen, dass man sich nicht auf den breiten Weg leiten lässt, der hinter dem nun folgenden Wald entlang führt, sondern auf den schmaleren Weg direkt an der Steilküste abbiegt. Es geht durch wunderschönen Küstenwald, immer wieder hat man Ausblick aufs Wasser und auf den Strand. Allerdings darf man nicht zu nah an die Kante gehen, da an der Steilküste Abbruchgefahr besteht.

Steilküste

Steilküste

Blick zurück auf Warnemünde

Blick zurück auf Warnemünde

Gefährliche Überhänge and er Steilküste

Gefährliche Überhänge and er Steilküste

Ich komme mit meinem kleinen Rad gut durch, fahre allerdings auch nicht allzu schnell, da ich immer wieder die Aussicht genieße und an Rastplätzen Halt mache.

Rastplatz mit Aussicht aufs Meer

Rastplatz mit Aussicht aufs Meer

Der Wald endet dann kurz vor Nienhagen und der Weg wird links und rechts von Sanddornbüschen gesäumt. Die Beeren beginnen gerade reif zu werden und es liegt ein wunderbarer Duft in der Luft. War der Strand unterhalb der Steilküste bisher fast leer ist nun in Nienhagen ordentlich was los. Aber man hat den kleinen Ferienort schnell hinter sich gelassen und jetzt geht es in den verwunschenen Gespensterwald, der hauptsächlich von Buchen und Eichen bewachsen ist, die der Seewind „gespenstisch“ verformt hat. Auch hier hat man wieder wundschöne Aussichtspunkte aufs Meer.

Jetzt wird die Landschaft offener, neben dem Weg befinden sich Felder und die Steilküste hinunter führen Treppen zum Kiesstrand.

Treppe zum Strand

Treppe zum Strand

Weg an Feldern entlang

Weg an Feldern entlang

Irgendwann ist in der Ferne schon Heiligendamm zu sehen.

In der Ferne ist Heiligendamm zu erkennen

In der Ferne ist Heiligendamm zu erkennen

Der nächste Ort ist dann Börgerende. Hier war 2004 bis auf ein halb verfallenes FDGB-Ferienheim gar nichts, wenn ich mich recht erinnere. Jetzt stehen hier Ferienhäuser und Ferienappartements und es wird immer noch gebaut. Aber auch hier ist man schnell durch und man fährt unterhalb des Deichs an schönen Wiesen entlang weiter Richtung Heiligendamm.

Ortsschild Heiligendamm

Ortsschild Heiligendamm

Strand Heiligendamm

Strand Heiligendamm

Promenade Heiligendamm

Promenade Heiligendamm

Außer dem wirklich wunderschönen Strand hat Heiligendamm nicht viel zu bieten. Am Ende der Promenade befindet sich das große Hotel und die Seebrücke, auf dem Weg dorthin stehen halb verfallene Villen aus dem 19. Jahrhundert, die aber wohl gerade eine nach der anderen in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Größte Attraktion ist Cocos Milcheisbar, wo ich ein leckeres Spaghettieis esse.

Die Stimmung ist sommerlich und entspannt. Alle genießen das tolle Wetter und den wunderbaren Strand, und ich bin froh diesen Ausflug gemacht zu haben. Das Brompton Faltrad hat mich sehr gut hierher gebracht. O.K., man spürt durch die kleinen Räder jeden Stein, und der Sattel ist auch nicht der beste, aber die 16 Kilometer hierher habe ich gut geschafft und auch auf dem Rückweg habe ich keinerlei Probleme. Ich nehme mir wieder viel Zeit, genieße den Tag, und als ich in Warnemünde mit der Fähre übersetzen will legt gerade die Aida-Diva unter großem Getute ab, findet ihren Weg durch die Warnow aufs offene Meer und ist bald am Horizont verschwunden.

Das Brompton Faltrad ist dann schnell zusammenklappt und verschwindet wieder in der Backskiste der Yacht. 2 Tage später habe ich es aber noch einmal herausgeholt und bin damit problemlos nach Dierhagen auf dem Darß und wieder zurück gefahren. Insgesamt über 40 km.

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