Radtour nach Osnabrück

Ich hatte mir im April mein Rennrad gekauft und damit schon ziemlich weite Tagestouren unternommen. Jetzt wollte ich sehen, ob ich das auch über mehrere Tage schaffte, befestigte einen alten Gepäckträger vorne über dem Vorderrad, den ich von meinem alten 26er Jugendrad abmontierte. Das sah nicht gut aus und zerstörte die ganze Ästhetik meiner italienischen Rennmaschine. Die Auflagefläche des Trägers fiel nach vorne ab und der Gewichtsschwerpunkt lag sehr ungünstig, aber ich wollte erst einmal sehen wie ich zurecht kam, bevor ich in etwas passendes investierte.

Ich packte meinen kleinen Rucksack darauf und fuhr eines Tages Ende Juli nach dem Mittagessen von Siegen in Richtung Lützel los. Unterwegs habe ich leider keine Fotos gemacht, und auch von meinem Bianci Rennrad habe ich nur dieses eine Bild gefunden, dass ich wohl kurz nach dem Kauf in unserem Wäschekeller aufgenommen habe. Ich habe es sehr geliebt, immer gut gepflegt und ich habe damit sehr schöne Fahrten durch das Siegerland, die Eifel, durch den Schwarzwald, über die Alpen und durch Schweden damit unternommen.

Mein Bianci Rennrad mit Stahlrahmen und einer Campagnolo-Schaltung, bei der man die Gänge noch suchen musste!

Bis zur Lützel hinauf brauchte ich schon eine Stunde, machte dort eine kurze Rast, folgte weiter der B62 durch Erndtebrück und bog hinter Schameder auf die B480 ab. Kurz vor Berleburg kam ich in den ersten Regen und suchte Schutz unter einer Brücke. Eine Familie gesellte sich dazu und ich kam mit dem Mann ins Gespräch. Ein gutes Stück hinter Berleburg ging es dann lange bergauf, je höher ich kam, desto näher kamen Donner und Blitz eines Gewitters. Ich kam gerade oben auf einem Parkplatz an, als ich in einen furchtbaren Platzregen kam. Ich suchte verzweifelt nach einer Unterstellmöglichkeit, fand aber nur eine Wandertafel, mit einem winzigen Vordach. Ich klemmte mich darunter und blieb halbwegs trocken.

Die hier verlinkte Karte von Google-Maps zeigt einen ungefähren Überblick über die gefahrene Tagesetappe! (Externer Link)

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Auf der Weiterfahrt wurden meine Füße aber trotzdem ganz nass, weil ich keine Schutzbleche hatte und alles Wasser hochspritzte. Über Winterberg ging es an der Ruhrquelle vorbei nach Olsberg und dann schraubte ich mich den letzten Berg hinauf nach Brilon. Dummerweise lag die Jugendherberge ziemlich weit außerhalb, auch noch mal auf einem Hügel, aber immerhin hatten sie ein Bett für mich. Nach einer Dusche, einer Pause und einem Abendbrot fuhr ich noch mal in den Ort und sah mich um. Später sah ich fern.

Am nächsten Tag fuhr ich über Nebenstraßen und kam dann bei Alme wieder auf die B480. Die musste ich bei Haaren wieder verlassen um nicht auf die Autobahn zu gelangen und fuhr über Salzkotten und Delbrück Richtung Bielefeld. Die Orientierung auf den kleinen Straßen war gar nicht einfach.

Die hier verlinkte Karte von Google-Maps zeigt einen ungefähren Überblick über die gefahrene Tagesetappe! (Externer Link)

Um Bielefeld herum verlor ich sie dann vollends, weil meine Karte nicht so genau war, und alle Straßen immer nach Bielefeld hineinführten und die Orte in die ich wollte nicht ausgeschildert waren. In Brake fand ich mich dann wieder zurecht und gelangte dann auch irgendwann nach an mein Ziel in einem Dorf nordwestlich von Bielefeld, wo ich bei Verwandten unterkam.

Am dritten und letzten Tag fuhr in Richtung Melle und dann an der Autobahn entlang nach Osnabrück. Es war sehr windig und ich ließ mir für die 50 Kilometer lange Zeit. In Osnabrück musste ich dann schon wieder unter einer Brücke den Regen abwarten, wäre unterwegs beinahe noch über einen Buckel auf der Straße gestürzt, und erreichte dann die Wohnung meiner Bekannten.

Die hier verlinkte Karte von Google-Maps zeigt einen ungefähren Überblick über die gefahrene Tagesetappe! (Externer Link)

Den Rückweg trat ich dann einige Tage später mit dem Zug an. Obwohl mir die Tour eigentlich gut gefallen und alles gut geklappt hatte, dauerte es dann zwei Jahre, bis ich die nächste Mehrtagesradtour unternahm. Ich hatte festgestellt, dass ich mehr Ausrüstung wie Fahrradtaschen und Regenzeug brauchte, und das konnte mir nicht gleich leisten. Außerdem begannen Fahrradreisen erst gerade populär zu werden, es gab noch nicht so viele ausgewiesene Radfernwege, oder sie waren mir nicht bekannt. Mit dem Rennrad und seinen schmalen Reifen war ich auch auf geteerte Straßen mit Verkehr angewiesen. Aber mit dieser Tour hatte ich die Grundlagen für alle meine weiteren Radreisen → gelegt!

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