Monte Capanne

Wir haben heute vor den Monte Capanne zu besteigen. Es ist bedeckt und etwas kühl, ideal zum Wandern. Es riecht nach Tau und Blumen. Wir lassen uns wieder von jemandem in die Stadt fahren und wollen von dort den Bus nach Marciana nehmen. Wir werden am großen Kreisel vor der Stadt abgesetzt und halten dort versuchsweise den Daumen raus, bevor wir zur Bushaltestelle gehen. Prompt hält auch schon ein Auto. Ein Italiener aus Como der eine Inselrundfahrt macht. Eigentlich will er uns nur bis Procchio mitnehmen, aber dann kommen wir so sehr ins Gespräch, dass er uns noch den Berg hinauffährt und uns am vermeintlichen Einstieg in den Wanderweg nur ungern aus dem Auto lässt. Der Weg startet dann aber doch genau in Marciana und bis dahin ist es noch ein Stück die Straße entlang. Wir steigen die Treppen im Ort hinauf und müssen uns erst einmal orientieren. Endlich finden wir die Markierungen und können losgehen.

Auf einem kleinen Platz mit Brunnen hören die Markierungen auf, aber weiter oben sind sie wieder da, die beschriebene Madonna del Monte ist ganz woanders als wir gedacht haben, irgendwie sind wir falsch. Also gehen wir noch mal ganz zurück und finden endlich den richtigen Weg über eine kleine Brücke und dann durch den Wald. Die alten Terrassen auf denen die Dorfbewohner früher ihr Gemüse angebaut haben sind überwuchert, es geht durch einen wildromantischen Wald, große Steine, dicke alte Bäume und ein Bach schlängelt sich durch die Steine und um die Terrassen. Wieder verlieren wir die Markierung. Wir sind ein ganzes Stück zu weit gegangen. Ab jetzt kann man sich aber kaum noch verlaufen, der Weg ist klar, oben auf einer Kuppe gelangen wir zu einer Kapelle. Wir müssen durch einen Kahlschlag nach rechts rauf, eine Familie kommt uns entgegen, sie meinen es wird noch 1 1/2 Stunden dauern, dann sei man oben.

Der Weg wird steil, wir fragen wieder Leute, sie seien von da gekommen, da sei es nicht so steil, wir versuchen es, aber dann steht eine 2 auf der Markierung und das scheint uns zu unsicher, also weiter den steilen Weg durchs Geröll hinauf, endlich haben wir die Bäume hinter uns gelassen. Wir machen die erste Pause auf einer Felsplatte, der Pfad führt in einer Kurve um uns herum, unter den Leuten die an uns vorbeiziehen sind auch die Mädchen, die bei unserer Ankunft am Hafen gesungen haben. Wir sitzen da, essen unser Brot und unseren Käse, haben einen herrlichen Ausblick und es ist relativ warm. Es sieht ein bisschen aus wie in Norwegen.

Weiter gehts. Der Pfad führt in Serpentinen am Berghang entlang und plötzlich sind ganz viele Leute unterwegs die jetzt mit uns wandern, bis wir einen Hubschrauberlandeplatz erreichen. Von hier aus muss man nur noch einen Pfad hinaufklettern um oberhalb der Radarstation auf den Gipfel zu gelangen.

Aussicht vom Monte Capanne

Aussicht vom Monte Capanne

Über den benachbarten Bergkamm ziehen Wolken, im Hintergrund liegt eine kleine Insel und irgendwer meint es sei der Monte Christo.

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Wir setzen uns an Rand des Landeplatzes, lassen unsere Beine runterbaumeln und genießen das Panorama. Man könnte jetzt mit der Seilbahn wieder hinunterfahren, aber wir steigen in Serpentinen Richtung Poggio ab. Bald finden wir einen schönen Platz für eine weitere Pause. Wir sitzen da, schauen aufs Meer, ein blaues Stück Himmel schiebt sich langsam heran und plötzlich ist die Sonne da, wir ziehen unsere Jacken aus, wir sind ganz allein mit den Eidechsen und dem weiten Himmel, dem Blick auf Marciana Marina.

Blick auf Marciana Marina

Blick auf Marciana Marina

Man hört unten deutsche Wanderlieder, dann ist wieder Ruhe, das Meer und der Horizont verschwimmen, 5 Segelboote auf dem Meer scheinen so langsam in den Himmel zu fahren, es ist wunderschön. Wir bleiben bestimmt eine Stunde da, genießen es hier zu sein, und irgendwann fällt uns ein, dass wir ja auch weiter absteigen könnten. Es geht durch halbhohes stachliges Gebüsch und wunderschöne Blumen, es duftet ganz herrlich, die Sonne löst alle Öle aus den Pflanzen, der Weg ist sogar befestigt und Steine sind zu Stufen gelegt.

Blick auf Poggio

Blick auf Poggio

Poggio liegt jetzt unter uns, plötzlich sind die Dächer ganz nah, wir kommen an einem Zaun entlang in eine Gasse, müssen einen Schlenker machen und sind auf dem kleinen Platz. Ein Brunnen, ein paar alte Leute die auf einer Bank sitzen und sich unterhalten. Wir füllen erst mal die Wasserflasche auf und schlendern dann durch die Gassen. Es ist furchtbar heiß. Von der Kirche aus hat man einen herrlichen Blick aufs Meer. Wir erreichen den Hauptplatz mit Cafés und setzten uns unter eine Pergola.

Später finden wir jemanden, der uns mit hinunter nach Marcina Marina nimmt. Wir schauen uns dort ein wenig um und versuchen dann weiter zu kommen. Statt der Autos hält ein Reisebus. Der Fahrer hat gerade Touristen zu einem Hotel transferiert. Jetzt ist der Bus ganz leer und nur für uns. Die Unterhaltung geht so: Ich Verona, du Frankoforte? Er zählt auf wo er schon überall in Deutschland gewesen ist und so weiter. Es ist sehr spaßig. Wir lassen uns in Portoferraio am Kreisel aussetzen und ich kann es immer noch nicht fassen was da eben passiert ist. Wir laufen die Straße Richtung Enfola hoch und halten dabei wieder den Daumen raus. Nach einer Weile hält ein Mercedes, ganz neu, mit einer mondän gekleideten Dame drin. Sie kann ein bisschen Deutsch, fragt wo wir hinwollen, sie sei die Besitzerin vom Hotel Paradiso und wir sollten keine Angst wegen ihrer Fahrweise haben, das Auto kenne den Weg.

Die Sonne steht schon tief als wir den Campingplatz erreichen. Wir gehen baden, schwimmen weit hinaus, bis dahin, wo die Sonne hinter den Felsen hervorkommt. Hier ist das Wasser noch ganz warm, es ist einfach herrlich und macht Hunger. Wir ziehen uns um und gehen zum mal wieder zum Restaurant der drei Schweine. Mann kennt uns inzwischen. Wir bekommen zum Abschied wieder ein Schweinchen. Es ist stockdunkel und wir werden ein weiteres Mal von Glühwürmchen nach hause begleitet.

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