Elbas Osten per Rad

Heute möchten wir etwas von Elba sehen und deshalb wollen wir uns ein Rad leihen. Dazu lassen wir uns von jemandem mit in die Hauptstadt Portoferraio mitnehmen. Auf dem Campingplatz haben wir einen Tipp bekommen wo es gute Räder zu mieten gibt. Es dauert eine Weile, dann haben wir jemanden gefunden der weiß wo die Post ist. Daneben soll der Fahrradverleih sein. Der Inhaber versucht uns klar zu machen, dass er nur noch ein Fahrrad hat. Wir wollen schon aufgeben, fragen noch mal seine Frau die mit ihm spricht, und plötzlich hat er doch noch ein zweites Rad. Es dauert ein bisschen, bis ich mich mit der Frau verständigt habe, wir wollen die Räder für 2 Tage und sie zeigt mir an der Tür wie lange sie Morgenabend noch aufhaben. Wir bezahlen, bekommen Schlüssel und Ersatzschläuche, die Sattel werden nachgestellt. Dann fahren wir unten am Hafen entlang und kaufen uns eine Karte von Elba. Es gibt nur eine Straße aus der Stadt heraus. Erst mal zu dem Kreisel von dem aus es nach Enfola geht, dann die Schnellstraße und dann Richtung Procchio oder Marciana Marina.

Es wird ruhiger auf der Straße, aber es geht auch bergauf. Die Moutainbikes sind super, man hat das Gefühl zu fliegen, aber das Tempo halten wir bestimmt nicht die ganze Fahrt durch. Es zieht und zieht sich, der Berg will gar nicht aufhören, jetzt verstehe ich warum die Amerikanerinnen, die uns den Radladen empfohlen haben, heute nach einer Strecke mit wenig Bergen gesucht haben. Wir haben einen wunderschönen Blick auf das Meer und die Halbinsel Enfola.

Blick auf Enfola

Blick auf Procchio und dahinter Enfola

Endlich sind wir oben und vor uns liegt Marciana Marina. Der erste Ort nach der Abfahrt heißt Procchio, wir kaufen etwas Proviant ein, überlegen, ob wir zum Strand fahren, folgen dann aber weiter der Straße. Es geht wieder bergauf. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt, als plötzlich 2 oder 3 Busse anhalten, die Touristen um die Insel fahren. Wir haben kaum noch die Chance von dem Felsvorsprung herunter zu kommen, weil uns so viele Menschen entgegenkommen.

Blick auf Marciana Marina

Blick auf Marciana Marina

Es geht wieder bergab. Unten in Marciana Marina fahren wir die Promenade am Hafen entlang und schauen einmal über die große Hafenmauer. Direkt an die Hafenmauer schließt sich eine Bucht an. Wir schieben unsere Räder auf den strahlend weißen Kieseln fast bis zum Wasser und gehen baden. Es ist Mittagszeit, wir machen unser erstes Picknick, wie immer Brot und Käse. Wir haben inzwischen auf die Karte gesehen, dass der nächste Ort Marciana ist. Man kann ihn oben am Berghang liegen sehen. Früher haben die Leute aus berechtigter Angst vor Piraten lieber da oben und nicht so nah am Meer gewohnt. Ich plane um die halbe Insel zu fahren, aber das verrate ich noch nicht. Es dauert bis wir die Straße nach Marciana gefunden haben, es geht steil in Serpentinen bergan, wir zwingen uns jetzt langsam zu fahren, um unsere Kräfte zu schonen. Zum Glück liegt der Hauptteil der Strecke unter Bäumen im Schatten. Bei der ersten Abzweigung haben wir erst die Hälfte der Höhenmeter geschafft, aber man kann den Ort schon auf der anderen Seite eines Tals am Hang liegen sehen.

Blick zurück auf Poggio

Blick zurück auf Poggio

Endlich sind wir unterhalb des Ortes, lehnen am Geländer in einer Kurve und schauen zurück auf den Nachbarort Poggio der genauso am Hang liegt. Jetzt müssen wir die Räder nur noch ein paar Treppen hoch tragen.

Marciana

Marciana

Eine Straße mit Cafés und Sonnenschirmen liegt vor uns mit einem herrlichen Blick ins Tal. Wir beschließen uns hinzusetzen um etwas zu trinken und beobachten dabei die Leute. Wir besichtigen den kleinen Ort, setzen uns danach noch mal auf die Treppe neben dem Café und genießen den Blick aufs Meer.

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Blick auf aufs Meer und Marciana Marina

Blick auf aufs Meer und Marciana Marina

Blick zurück auf Marciana

Blick zurück auf Marciana

Blick auf den Monte Capanne

Blick auf den Monte Capanne

Weiter geht’s. Erst noch ein ganz kleines Stück hoch, über eine Felsnase, dann nur ganz langsam bergab. Wir suchen eine Stelle zum Baden, aber es gibt keine richtigen Strände hier, nur steil abfallenden Fels. Ab und zu mal taucht mal ein Ort weiter unten auf, aber man kann dann auch schon sehen wie weit man nachher wieder hochfahren müsste, und das wollen wir uns sparen. Lieber warten wir darauf, dass die Straße mal von selber nach unten führt. Es ist wunderschön, ich schaue auf die Karte, es ist schon relativ spät und der Weg noch ganz schön weit. ich hoffe, dass wir uns da nicht zuviel zugemutet haben.

Ausblick

Ausblick

Es ist heiß, wir haben kaum noch Wasser, ein Supermarkt ist zu, wir fahren noch ein Stück, ein ganz kleiner Ort, vor einem ganz kleinen Laden sitzt eine alte Frau in weißem Kittel und Haube. Ich frage ob offen ist, sie bittet mich herein. Wir kaufen Eis und noch eine Flasche Wasser. Neben dem Laden steht eine Kapelle und wir fragen ob man sie besichtigen kann. Die alte Frau versteht mich nicht gleich, jemand im Laden spricht Deutsch und hilft aus. Natürlich kann man in die Kapelle, der Schlüssel steckt, die alte Dame kommt mit raus und macht die Kapelle auf. Innen ist nur ein ganz kleiner Raum, die alte Frau zündet eine Kerze an, ich spende auch für eine und bin mir jetzt sicher, dass wir auch den Rest der Tour schaffen werden. Unsere Begleiterin erklärt sich sogar noch bereit sich vor der Kapelle fotografieren zu lassen. Wir setzen uns in den Schatten, essen unser Eis und trinken Wasser.

Vor der Kapelle

Vor der Kapelle

Es geht weiterhin langsam bergab, nach langer Fahrt kommen wir in Chiessi an, wo auf der Karte ein Badestrand eingezeichnet ist. Wir suchen uns einen etwas abseits liegenden Felsen und springen ins Wasser. Es ist herrlich. Wir machen lange Pause und genießen die Sonne und die Ruhe.

Badestelle

Badestelle bei Chiessi

Es wird spät, wir sind jetzt ziemlich genau am westlichsten Punkt der Insel. Wenn wir jetzt nicht losfahren wird es dunkel bevor wir heimkommen, und wir haben keine Beleuchtung an den Rädern. Die Straße bleibt jetzt ungefähr auf Küstenhöhe, geht immer mal wieder rauf und runter, es ist karg, links gehen die Berge hoch, rechts das Meer. Wir sind ganz allein, kaum noch Verkehr, wir kommen gut voran. An der Südküste gibt es Orte mit Sandstränden, die aber natürlich stark umbaut sind. Endlich kommen wir in Seccheto an, ein kleiner Ort der sich in eine Bucht schmiegt. Am Straßenrand Palmen. Wir setzen uns auf eine Bank an der Promenade uns essen mal wieder Eis. Neben uns ist eine Versammlung von alten Herren, es ist eine herrliche Spätnachmittagstimung. Die Männer diskutieren anscheinend lebhaft über Politik.

Wir schaffen es Campo nell‘ Elba zum umfahren. Jetzt müssen wir die Insel einmal überqueren. Wir sind immer noch besorgt ob wir um die große Stadt herum sind und erreichen plötzlich schon Procchio, dem Ort in dem wir am Morgen eingekauft haben. Wir können es gar nicht glauben, gar kein Berg dazwischen. Der Berg hinüber nach Portoferraio zieht von dieser Seite furchtbar lang, immer wieder eine neue Kurve, unsere Energie ist aufgebraucht, keine Lust mehr irgendwo rauf zu fahren, aber es nimmt kein Ende.

Endlich sind wir oben und entdecken auf der Karte eine Abkürzung, die es uns ersparen soll durch Portoferraio zu fahren. Erst sind wir unschlüssig, meinen aber dann wir könnten noch ein Abenteuer vertragen. Wir verfahren uns mehrmals auf den kleinen Feldwegen, müssen immer wieder zurück, weil wir glauben, dass wir falsch sind. Und dann endlich kommen wir oberhalb des Restaurants „Zu den drei Schweinchen“ heraus. Wir sind furchtbar erleichtert. Wir sausen zum Campingplatz, duschen und fahren zurück zum Restaurant. Der Eingang liegt im roten Licht der Leuchtreklame und erst sind wir nicht sicher, ob es geöffnet hat.

Auf dem Rückweg blitzt es in den Wiesen. Erst denke ich es ist Weihnachtsbaumbeleuchtung, es sind aber Millionen von Glühwürmchen. Ganz erstaunlich, irgendwie unheimlich und ganz verwunschen. Wir kommen völlig geschafft am Campingplatz an, nehmen uns vor morgen einen Ruhetag einzulegen und schlafen ganz schnell ein.

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